Verlag 28 Eichen


Coverfotografik: Olaf R. Spittel (2008).

Erste Buchausgabe des Originals als „The Green Flag and Other Stories of War and Sport“. Smith, Elder & Co., London 1900. Die Erstveröffentlichungen der einzelnen Erzählungen werden unten aufgeführt. Eine komplette deutsche Ausgabe lag bislang nicht vor und einige der Erzählungen erscheinen an dieser Stelle erstmals in einer deutschen Übersetzung.

Sir Arthur Conan Doyle: Die grüne Flagge
Erzählungen.
Originaltitel: The Green Flag and Other Stories of War and Sport (1900)
Übersetzung aus dem Englischen von Reinhard Hillich, Jürgen Meyer und Olaf R. Spittel
Sir Arthur Conan Doyle: Ausgewählte Werke, Band 11
Herausgegeben von Olaf R. Spittel
Verlag 28 Eichen, Barnstorf 2008. 288 S. 23,- €.
Format 12 x 19, 308 g. Softcover
ISBN: 978-3-940597-05-2


Erhältlich in jedem guten Buchladen und im Internet.


Auch als eBook.
ISBN: 978-3-96027-061-4
15,99 
 

Email an den Verlag

Es war eine Brigg, deren Großmast etwa zehn Fuß über dem Deck abgebrochen war. 0ffensichtlich hatte niemand versucht, die Trümmer wegzuräumen oder die Segel und Rahen zu kappen, die wie der gebrochene Flügel einer Möwe im Wasser nachgeschleift wurden. Der Fockmast stand noch, aber das Vormarssegel war lose, und die Vorsegel wehten wie lange weiße Wimpel im Wind. Ein so übel zugerichtetes Schiff hatte ich noch nie gesehen.

Sir Arthur Conan Doyle
1859 – 1930

Inhalt

Die grüne Flagge

The Green Flag

Kapitän Sharkey

Captain Sharkey

     1. Wie der Gouverneur von St. Kitt nach Hause kam

     I. How the Governor of St. Kitt's came Home

     2. Wie Kapitän Sharkey mit Stephen Craddock verfuhr

     II The Dealings of Captain Sharkey with Stephan Craddock

     3. Wie Sharkey ausmanövriert wurde

     III The Blighting of Sharkey

     4. Wie Copley Banks Sharkey umbrachte.

     IV. How Copley Banks slew Captain Sharkey

Das Verbrechen des Brigadiers

The Crime of the Brigadier

Der Meister von Croxley

The Croxley Master

Die "Slapping Sal"

The "Slapping Sal"

Der Herr von Chateau Noir

The Lord of Chateau Noir

Die gestreifte Truhe

The Striped Chest

A Shadow Before

A Shadow Before

Der König der Füchse

The King of the Foxes

Drei Korrespondenten

The Three Correspondents

Die neue Katakombe

The New Catacomb

Das Debüt von Bimbashi Joyce

The Début of Bimbashi Joyce

Ein Abenteuer vor dem Außenministerium

A Foreign Office Romance

 

Übersetzer und Originalausgaben

„Die grüne Flagge“ (The Green Flag). Erstveröffentlichung: Pall Mall Magazine (1893) und Baltimore Weekly Sun (1893). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Jürgen Meyer.

„Kapitän Sharkey“: „Wie der Gouverneur von St. Kitt nach Hause kam“ (Captain Sharkey. I. How the Governor of St. Kitt’s came Home) Erstveröffentlichung: Pearson’s Magazine (1897). Für die vorliegende Ausgabe neu übersetzt von Reinhard Hillich.

„Wie Kapitän Sharkey mit Stephen Craddock verfuhr“ (Captain Sharkey. II. The Dealings of Captain Sharkey with Stephan Craddock). Erstveröffentlichung: Pearson’s Magazine (1897). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Wie Sharkey ausmanövriert wurde“ (Captain Sharkey. III. The Blighting of Sharkey) Erstveröffentlichung: Pearson’s Magazine (1911). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Wie Copley Banks den Kapitän Sharkey umbrachte“ (Captain Sharkey. IV. How Copley Banks slew Captain Sharkey) Erstveröffentlichung: Pearson’s Magazine (1897). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Das Verbrechen des Brigadiers“ (The Crime of the Brigadier) Erstveröffentlichung: Strand Magazine (1900). Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Der Meister von Croxley“ (The Croxley Master) Erstveröffentlichung: Strand Magazine(1900). Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Die ‚Slapping Sal‘“ (The „Slapping Sal“) Erstveröffentlichung: The Vagabond’s Annual (1893). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Jürgen Meyer.

„Der Herr von Chateau Noir“ (The Lord of Chateau Noir) Erstveröffentlichung: Strand Magazine (1894). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Jürgen Meyer.

„Die gestreifte Truhe“ (The Striped Chest) Erstveröffentlichung: Pearson’s Magazine (1897). Für die vorliegende Ausgabe übersetzt von Reinhard Hillich.

„Schatten an der Wand“ (A Shadow Before) Erstveröffentlichung: Windsor Magazine (1898). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Olaf R. Spittel.

„Der König der Füchse“ (The King of the Foxes) Erstveröffentlichung: Windsor Magazine (1898). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Olaf R. Spittel

„Drei Korrespondenten“ (The Three Correspondents) Erstveröffentlichung: Windsor Magazine (1896). Übersetzt von Reinhard Hillich.

„Die neue Katakombe“ (The New Catacomb) Erstveröffentlichung: Sunlight Year Book (1898). Für die vorliegende Ausgabe übersetzt von Reinhard Hillich.

„Das Debüt von Bimbashi Joyce“ (The Début of Bimbashi Joyce) Erstveröffentlichung: Punch (1900). Deutsche Erstveröffentlichung. Übersetzt von Olaf R. Spittel

„Ein Abenteuer vor dem Außenministerium“ (A Foreign Office Romance) Erstveröffentlichung: Young Man and Young Woman (1894). Übersetzt von Reinhard Hillich.

 

 

Kunst in ein Benotungschema zu pressen, mag allenfalls vertretbar sein, um Interesse zu wecken. Der Sache wird es nicht gerecht.

So enthält diese Sammlung aus einer umfangreichen und 15 kürzeren Erzählungen deren zwei oder drei, die zu den zeitgebundenen und heute wahrscheinlich nicht mehr sonderlich attraktiven Texten Conan Doyles gehören: die eingangs gebotene Titelgeschichte, die die Kampfmoral irischer Soldaten innerhalb der britischen Afrikaeinheiten thematisiert, oder die Entdeckung eines raffinierten Truhenmechanismus in einer anderen. Hier fehlt etwas, das Doyles Erzählkunst sonst so veredelt und liebenswert macht: der Blick auf den Menschen in seinen Belangen und seiner Stellung insgesamt.

Den gewinnt man in "Der Meister von Croxley" dann umso mehr. In diesem nobelpreiswürdigen farbenprallen Kurzroman verarbeitet der Autor seine entbehrungsreichen Jahre als medizinischer Assistent. Eine spannendere Schilderung eines sportlichen Ereignisses dürfte nie verfaßt worden sein als hier. Darüberhinaus erfrischen der Humor, ein begründeter Daseinsoptimismus und die klarsichtige Haltung gegenüber Kirche und religiöser Konvention.

Die Boxkampfschilderung findet ein Pendant in der Versteigerungsszene der Börsengeschichte "Schatten an der Wand". Pferde, Aktienkurse, ländliche Großereignisse - Themen, mit denen Doyle immer wieder punktet, ähnlich wie es Degas in der Malerei mit seinen Reitern und Tänzerinnen tat, und fast noch mehr als mit den Seegeschichten, von denen die um Kapitän Sharkey wohl einmal hatten in Serie gehen sollen.

Die Perlen, obenan der Kurzroman, machen einige schwächere Glieder der Sammlung mehr als wett. Doyle beherrscht die Dramaturgie unaufdringlich entwickelter Motive perfekt. Er setzt den aufmerksamen Leser auf die richtige Fährte und überrascht ihn dennoch. In "Die neue Katakombe" münden Charaktere und Beruf zweier befreundeter Kollegen, ihr nüchternes Fachgespräch und eine zunächst beiläufig erwähnte Privatgeschichte in ein schauriges, unerwartet-erwartetes Ende.

Es stimmt, daß Doyle selten so drastisch schließt wie hier, aber Mord, Blut und Punkten mit Leichenzahlen gehören sowieso zu den hoffentlich bald überlebten Abwegen neuerer Serienmörderromane. Nähe zum Menschen, mit wenigen Strichen entwickelte lebendige Charaktere, Vielfalt der Themen und Ambientes machen den Reiz der Geschichten aus. Geht es besser?

Klaus-Peter Bungert (Trier)

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